Wie effektiv sind Leinsamen als Nahrungsergänzung?

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Als Leinsamen werden die Samen des Flachses bezeichnet. In seiner gesundheitlichen Wirkung ist der Leinsamen besonders bekannt für den hohen Gehalt an ungesättigten Omega-3-Fettsäuren im Leinöl – dem ausgepressten Leinsamen. Je nach Sorte haben Leinsamen eine braune oder gelbe Schale und enthalten etwa 40 Prozent Fett. Die mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure hat daran einen 50-prozentigen Anteil, was eine der höchsten Konzentrationen von Omega-3-Fettsäuren aller bekannten Pflanzenöle bedeutet.

Nahrungsergänzung mit Leinsamen

Leinsamen als Heilmittel

Leinsamen hat sich seit einiger Zeit als hilfreiches Heilmittel für verschiedene Beschwerden bewährt. Beispielsweise wird es als natürliches, nicht verschreibungspflichtiges Abführmittel bei Verstopfung verwendet. Zudem kann Leinsamenschleim zum Schutz der Magenschleimhaut bei Gastritis als morgendliche „Rollkur“ oder auf den Tag verteilt eingenommen werden. Eine besonders heilende Wirkung wird den hohen Gehalt der Omega-3-Fettsäuren im Leinöl nachgesagt. So sollen sich diese wohltuend auf die Gesundheit des Herz-Kreislaufsystems auswirken, die Adern stärken und Arteriosklerose (Arterienverkalkung) entgegenwirken. Außerdem stärkt Leinöl die Zellmembran und wirkt als wichtiger Energiegeber für die Zellen. Zudem soll sich die Nahrungsergänzung mit Leinöl auch auf die Leistungsfähigkeit des Gehirns, die Merk- und die Konzentrationsfähigkeit positiv auswirken.

Leinsamen bei Wechseljahren

Wenn sich bei Frauen in und nach den Wechseljahren der Hormonhaushalt verändert und es zu Schwankungen des Östrogenspiegels kommt, wird ihnen oft Leinsamen als Nahrungsergänzung empfohlen. Denn Leinsamen haben auch einen hohen Gehalt an pflanzlichen Östrogenen (Lignane). Die Struktur von Lignanen ist der des menschlichen Östrogens sehr ähnlich. Obwohl Lignane nur eine schwach östrogene Wirkung haben, können diese dabei helfen, den Hormonhaushalt im Körper auszugleichen – egal ob bei mangelndem oder einem Übermaß an Östrogen.

Den Lignanen, die sich beispielsweise im Leinmehl finden, wird auch eine positive Wirkung nachgesagt bei:

  • Schilddrüsenproblemen
  • Symptomen von Östrogenmangel wie trockene Haut, dünner werdendes Haar und Konzentrationsschwäche
  • Symptomen von Östrogenüberschuss wie Hitzewallungen, Wassereinlagerungen, Migräne, Depressionen und Gelenkschmerzen
  • Herzkranzgefäßerkrankungen von Frauen
  • Senken die Risikofaktoren für Osteoporose im Klimakterium (Wechseljahre) und verbessern die Knochengesundheit

Achtung: Die Lignane befinden sich in den Leinsamenhüllen, also in geschrotetem Leinsamen oder im Leinmehl. Die wertvollen Omega-3-Fettsäuren dagegen befinden sich in hoher Konzentration im Leinöl.

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