Schluckauf – wie entsteht Schluckauf und was hilft dagegen

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Schluckauf – in der Medizin Singultus genannt – entsteht, wenn sich das Zwerchfell plötzlich krampfartig zusammenzieht. Wörtlich bedeutet Singultus Schluchzen bzw. Röcheln. Durch die Kontraktion des Zwerchfells wird der Brustraum erweitert und Luft wird in die Lunge gesaugt. Beim ruckartigen Einatmen der Luft verschließt sich reflektorisch die Stimmritze. Dadurch entsteht während des Verschlusses der Stimmlippen das Geräusch, das man Hickser nennt.

Ursachen des Schluckaufs Was man gegen Schluckauf tun kann

Der Schluckauf hat eine sehr wichtige Funktion. Er soll verhindern, dass Flüssigkeit in die Lunge gerät, indem sich die Atemmuskulatur blitzartig zusammenzieht und sich gleichzeitig die Stimmritze schließt. Beispielsweise verhindert der Reflex bei Embryos, Fruchtwasser einzuatmen und dass Säuglinge versehentlich Muttermilch einatmen.

Auslöser von Schluckauf

Häufig ist eine Reizung des Zwerchfellnervs (Nervus phrenicus) für einen Schluckauf verantwortlich wie etwa durch zu hastiges Schlucken. Reizauslöser können auch sein:

  • Zu heiße und zu kalte Getränke und Speisen
  • Zu scharfe Speisen
  • Kohlensäurehaltige Getränke
  • Zu hastiges essen oder trinken, sogenanntes „Luftschlucken“
  • Schwangerschaft
  • Stress
  • Magen- und Darmerkrankungen
  • Alkohol
  • Rauchen
  • Speisereste oder Fremdkörper in der Speiseröhre

In nur sehr seltenen Fällen lösen ernsthafte Erkrankungen einen Schluckauf aus. Dazu gehören z.B. Schilddrüsenüberfunktion, Leberentzündungen und verschiedene Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich.

Wann man zum Arzt gehen sollte

Ein Arzt sollte konsultiert werden, wenn der Schluckauf sehr häufig oder wesentlich häufiger als früher auftritt, wenn er sich über einen längeren Zeitraum (z.B. ein Tag) hinzieht, wenn Übelkeit, Schwindel und Bauchschmerzen hinzukommen.

Was hilft gegen den lästigen Hickser

Es gibt eine Vielzahl an Maßnahmen, die gegen Schluckauf helfen sollen. Nicht alle sind wissenschaftlich erwiesen. Allerdings hat man herausgefunden, dass es hilfreich ist, wenn der Parasympathikus – gehört zum vegetativen Nervensystem – gereizt wird. Er kann dafür sorgen, dass sich das Zwerchfell nicht mehr unkontrolliert zusammenzieht:

  • Luft anhalten
  • Laut singen
  • Glas Wasser in einem Zug austrinken
  • Sich erschrecken lassen
  • Zucker essen

 Eine andere Methode ist, sich abzulenken:

  • Was habe ich letzten Freitag zum Mittag gegessen?
  • An sieben Männer mit Glatze denken.

Wenn das alles nichts hilft, kann man nur noch warten, bis sich das Zwerchfell beruhigt hat, was es zumeist innerhalb einiger Minuten macht.

 

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