Phantomschmerz – das steckt dahinter

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Ein Phantomschmerz beschreibt Schmerzen in einem – beispielsweise durch eine Amputation oder Verletzung – nicht mehr vorhandenen Körperteil (Phantomglied) und wird deshalb auch als Amputationsschmerz bezeichnet. Rund 80 Prozent der Amputationspatienten kennen das Phänomen des Phantomschmerzes. Dieser tritt oft direkt nach der Operation aber auch erst Tage, Monate oder gar Jahre später auf. Die Stärke der Schmerzen kann dabei variieren. Nicht zu verwechseln ist der Phantomschmerz mit dem Stumpfschmerz, der örtlich klar eingegrenzt am Amputationsstumpf zu spüren ist.

Phantomschmerz spüren

Ursachen

Durch eine Amputation verliert der Körper mit einem Körperteil auch einen großen Nervenbereich. Dies muss im reizverarbeitenden Bereich des Gehirns erst realisiert und angepasst werden. Hatte der Patient bereits vor der Amputation Schmerzen im betroffenen Körperteil, treten die Phantomschmerzen entsprechend stark auf, da sich das Gehirn an diese Schmerzen erinnert. Betroffen sind nicht nur Arme oder Beine, sondern beispielsweise auch Brust oder Zunge. Folgende Faktoren können Phantomschmerz verstärken:

  • Wetteränderungen
  • Stress
  • Depressive Stimmungen
  • Kälte
  • Schlecht sitzende Prothesen

Behandlungsmöglichkeiten von Phantomschmerz

Um Phantomschmerzen zu lindern, gibt es verschiedene Ansätze. Grundsätzlich sind eine positive Einstellung des Patienten und ein schneller Behandlungsbeginn Voraussetzung, um den Schmerzen entgegen zu wirken.

  • Beim sogenannten Spiegeltraining wird das noch vorhandene Körperteil (z. B. ein Arm) vor dem Spiegel bewegt und in der Spiegelung als Bewegung des amputierten Gliedmaßes wahrgenommen – der Phantomschmerz verringert sich.
  • Auch ein sensorisches Wahrnehmungstraining oder eine Behandlung mit Elektrostimulation können helfen, Phantomschmerzen zu lindern.
  • Bei vielen Patienten hat sich das Tragen einer Prothese als hilfreich erwiesen, da auf diese Weise die durch die Amputation veränderte Hirnregion wieder aktiviert wird.
  • Manche Patienten empfinden Massagen, Bäder und Krankengymnastik als hilfreich gegen Phantomschmerzen.
  • Ebenso sind eine Therapie durch Medikamente oder Injektionen in den Stumpf möglich.

Wichtig: Besprechen Sie alle Behandlungsmöglichkeiten mit dem behandelnden Arzt!

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