Heilfasten für eine gesunde Verdauung?

Autor:   ·  

Fasten ist nicht nur eine religiöse Reinigungskur. Heilfasten soll zumeist der sogenannten „Entschlackung“ oder Regeneration des Körpers dienen. Menschen fasten auch oft, um eine „seelische Reinigung“ zu erfahren. Beim Heilfasten wird nur sehr wenig gegessen. Auf Süßigkeiten und Genussmittel wird während der Fastenzeit gänzlich verzichtet. Außerdem werden zumeist Einläufe mit dem Heilfasten kombiniert. Es gibt verschiedene Arten von Heilfasten wie beispielsweise das Saftfasten, das Früchtefasten, das Teefasten oder das Buchinger-Heilfasten. Bei dieser Kur werden nur Gemüsebrühen und Säfte getrunken.

Was im Körper passiert

Nach etwa ein bis zwei Tagen ohne feste Nahrung schaltet der Körper auf den Hungerstoffwechsel um, bei dem so wenig Energie wie möglich verbraucht wird:

  • Der Blutdruck sinkt
  • Der Körper wird entwässert
  • Nach mehreren Tagen werden die Eiweiß- und Fettreserven des Körpers allmählich aufgelöst
  • Bei diesen Stoffwechselvorgängen bilden sich Ketokörper wie Aceton, was schlechten Atem und Körpergeruch auslöst
  • Bei längerem Fasten schüttet der Körper auch Endorphine aus, um die Hungerphase erträglicher zu machen
  • Pro Tag verlieren Fastende im Durchschnitt etwa 400 Gramm Gewicht
  • Anfangs verlieren Sie vor allem Eiweiß und damit Muskelsubstanz, sofern kein Eiweiß zugeführt wird

Vor- und Nachteile

Heilfasten für eine gesunde Verdauung

Heilfasten werden viele Vorteile nachgesagt. Aber selbstverständlich gibt es auch Nachteile.

Vorteile nach dem Fasten:

  • Reinigung des Darms durch die fehlende Nahrungszufuhr
  • Verbesserung der körperlichen Konditionierung
  • Stärkung des Immunsystems
  • Entschlackung überschüssiger Körpersubstanzen

Nachteile während des Fastens:

  • Anstieg der körperlichen Übersäuerung
  • Knochenabbau (Gefahr von Osteoporose bei Dauerzustand)
  • Nachlassen der Stabilität des Bindegewebes der Haut (auf Dauer drohen Falten)
  • Verringerung des körpereigenen Speichers von Spurenelementen und Vitaminen
  • Mangelkrankheiten, Darmerkrankungen, Infekte
  • Erhöhung des Blutdrucks und des Cholesterinwertes
  • Mehrwöchiges Fasten kann den Herzmuskel angreifen

Kritik an Heilfasten

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) steht dem Heilfasten eher kritisch gegenüber, besonders wenn es zu einer Gewichtsreduktion führen soll. Außerdem seien die positiven Wirkungen des Heilfastens wissenschaftlich kaum oder nur ungenügend belegt. So sei der Begriff „Entschlacken“ wissenschaftlich nicht begründbar. Im Gegenteil: In einem gesunden menschlichen Körper gebe es laut DGE keine Ansammlung von Schlacken und Ablagerung von Stoffwechselprodukten. Nicht verwertbare Stoffe würden bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr über den Darm und die Nieren ausgeschieden.

Fazit

Laut Medizinern sollten nur gesunde Menschen kurzfristig heilfasten. Außerdem warnen Ärzte vor längeren Fastenkuren ohne ärztliche Überwachung. Grundsätzlich rät die Mehrheit der Ernährungswissenschaftler zu einer Fastenkur auf Basis vegetarischer oder veganer Kost durchzuführen, oder zumindest den Fleischkonsum stark einzuschränken.

Kommentar schreiben

Ihre E-Mail-Adresse wird niemals veröffentlicht oder verteilt.