Die Wirkung von Musik auf unser Wohlbefinden

Autor:   ·  

Musik löst intensive Gefühle aus

Psychologen sind sich einig: Musik tut gut! Selbst Schmerzen sollen sich damit wirksam verringern lassen. Melodien und Rhythmen gehören zu den stärksten Auslösern von intensiven Gefühlen. Verschiedene Studien ergaben, dass rund ein Drittel der Menschen versuchen, sich mit Musik aufzumuntern, wenn sie betrübt oder frustriert sind. Musik kann besonders im stressigen Alltag helfen. So schaltet der Körper bei langsamer und ruhiger Musik auf Entspannung: die Herzfrequenz sinkt ebenso wie der Blutdruck, und die Ausschüttung von Stresshormonen reduziert sich. In verschiedenen Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass Patienten vor einer Operation deutlich weniger Angst haben, wenn sie vor geplanten Eingriffen oder Notoperationen entspannenden Klängen lauschen konnten. Welche Musik man selbst am angenehmsten findet, hängt natürlich von den persönlichen Vorlieben ab.

Musik als Therapie

Mit Musik entspannen

Mittlerweile wird die sogenannte Musiktherapie erfolgreich begleitend zu anderen Behandlungsmethoden angewandt. Bei Stress, Verspannungen, Schmerzen und depressiven Verstimmungen kann die rezeptive Musiktherapie sogar krankheitsvorbeugend eingesetzt werden. Schmerzen können reduziert werden, indem die damit verbundenen psychosomatischen Auswirkungen wie z.B. Anstieg von Pulsfrequenz, Blutdruck und Muskeltonus, Schlafstörungen oder Magenprobleme wieder rückgängig gemacht werden.

Warum macht Musik glücklich?

Musik, die dem Hörer wirklich gefällt, aktiviert im Gehirn das sogenannte Belohnungssystem („Lust-Zentrum“). Dieses kann auch durch beispielsweise gutes Essen, Schokolade oder Sex aktiviert werden. In solchen Situationen schüttet der Körper Endorphine aus, die Wohlgefühl bewirken und Schmerzen lindern. Musik wirkt unmittelbar auf das limbische System ein. Diese Funktionseinheit des Gehirns ist vor allem für die Verarbeitung von Emotionen zuständig. Als Folge von Musikwirkung wird die emotionale Stimmungslage des Hörenden verändert, das wiederum informiert sofort die Skelettmuskeln, die mit Entspannung reagieren. Diese Form der Entspannungsreaktion ist ein körpereigener Schutzmechanismus, mit dem Stress wieder abgebaut werden kann.

Die positiven Effekte von Musik sind u.a.:

Musik...

  • schafft Ablenkung
  • weckt Aufmerksamkeit
  • stärkt Konzentration und Gedächtnis
  • aktiviert und stärkt Selbstheilungskräfte
  • löst Spannungen in Körper und Seele
  • wirkt aufheiternd und beruhigend zugleich
  • löst situationsbedingte Ängste
  • fördert die Kooperationsbereitschaft und -fähigkeit von Menschen
  • stellt Wohlbefinden her.

1 Kommentar

Bernd Willimek # 1  ·  24.03.2013, 13:37
Musik und Emotionen Das größte Problem bei der Beantwortung der Frage, wie Musik Emotionen erzeugt, dürfte die Tatsache sein, dass sich Zuordnungen von musikalischen Elementen und Emotionen nie ganz eindeutig festlegen lassen. Die Lösung dieses Problems ist die Strebetendenz-Theorie. Sie sagt, dass Musik überhaupt keine Emotionen vermitteln kann, sondern nur Willensvorgänge, mit denen sich der Musikhörer identifiziert. Beim Vorgang der Identifikation werden die Willensvorgänge dann mit Emotionen gefärbt. Das gleiche passiert auch, wenn wir einen spannenden Film anschauen und uns mit den Willensvorgängen unserer Lieblingsfigur identifizieren. Auch hier erzeugt erst der Vorgang der Identifikation Emotionen. Weil dieser Umweg der Emotionen über Willensvorgänge nicht erkannt wurde, scheiterten auch alle musikpsychologischen und neurologischen Versuche, die Frage nach der Ursache der Emotionen in der Musik zu beantworten. Man könnte diese Versuche mit einem Menschen vergleichen, der einen Fernsehapparat aufschraubt und darin mit einer Lupe nach den Emotionen sucht, die er zuvor beim Ansehen eines Films empfunden hatte. Doch wie kann Musik Willensvorgänge vermitteln? Diese Willensvorgänge haben etwas mit dem zu tun, was alte Musiktheoretiker mit "Vorhalt", "Leitton" oder "Strebetendenz" bezeichnet haben. Wenn wir diese musikalischen Erscheinungen gedanklich in ihr Gegenteil umkehren (der Ton strebt fort - ich will, dass der Ton bleibt), dann haben wir im Prinzip den Willensinhalt gefunden, mit dem sich der Musikhörer identifiziert. In der Praxis wird dann alles noch etwas komplizierter, so dass sich auch differenziertere Willensvorgänge musikalisch darstellen lassen. Weitere Informationen erhalten Sie über den kostenlosen Download des E-Books der Universität München "Musik und Emotionen - Studien zur Strebetendenz-Theorie". Bernd Willimek

Kommentar schreiben

Ihre E-Mail-Adresse wird niemals veröffentlicht oder verteilt.