Depressionen schnell erkennen und behandeln

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Umgangssprachlich bezeichnet der Begriff depressiv einen Zustand psychischer Abgeschlagenheit. Laut Bundesgesundheitsministerium sind etwa vier Millionen Deutsche von einer Depression betroffen, wobei eine deutlich höhere Zahl vermutet wird aufgrund einer hohen Dunkelziffer. Oft wird eine Depression als Stimmungstief verkannt. Das ist sehr gefährlich, denn eine Depression ist eine ernsthafte Krankheit, die behandelt werden muss!

Ursachen für eine Depression

Depressionen frühzeitig erkennen

Die genauen Ursachen von Depressionen sind noch unklar und sehr komplex. Viele Mediziner gehen davon aus, dass mehrere Ursachen zusammenwirken – sowohl biologische Faktoren als auch entwicklungsgeschichtliche Erfahrungen, aktuelle Ereignisse und kognitive Verarbeitungsmuster spielen eine Rolle. Eine Depression kann durch ein belastendes oder tragisches sowie lebensbeeinträchtigendes Ereignis ausgelöst werden wie beispielsweise der Tod eines geliebten Menschen. Sie kann aber auch spontan ohne „ersichtlichen Grund“ auftreten.

Diagnose durch Symptome

Die Diagnose einer Depression wird allein nach Symptomen und Verlauf gestellt. Dabei unterteilt man in leichter, mittelgradiger und schwerer Depression. Die Schwere der Krankheit wird am Grad der Symptome gemessen. Typische Symptome können sein:

  • Stimmungseinengung, also der Verlust der Fähigkeit zu Freude oder Trauer bzw. das Gefühl anhaltender innerer Leere
  • Erkrankte empfinden oft eine völlige Sinnlosigkeit ihres Lebens
  • Antriebshemmung, übertriebene Sorge um die Zukunft
  • Gefühl der Hoffnungslosigkeit, Minderwertigkeit, Hilflosigkeit oder tatsächliche Hilflosigkeit
  • Soziale Selbstisolation
  • Müdigkeit, verringerte Konzentrations- und Entscheidungsfähigkeit, Erschöpfung
  • Einengung des Gefühlslebens – dadurch Verlust des Interesses an der Umwelt

Depressionen gehen oft einher mit körperlichen Symptomen wie:

  • Vitalstörungen: Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Gewichtsab- bzw. -zunahme, häufig haben Betroffene auch Schmerzen in unterschiedlichen Körperregionen (z.B. ein quälendes Druckgefühl auf der Brust) und eine verlangsamte Bewegung
  • Erhöhung der Infektionsanfälligkeit

Behandlung einer Depression

In der Regel können Depressionen gut behandelt und Betroffene geheilt werden. Infrage kommen dabei meist die Psychotherapie (z.B. tiefenpsychologische oder verhaltenstherapeutische Verfahren), physikalische Maßnahmen oder eine medikamentöse Behandlung mit Antidepressiva. Häufig wird auch die medikamentöse und psychotherapeutische Behandlung kombiniert. Einige Formen der Depression wie beispielsweise die Herbst-/Winterdepression kann mit einer Lichttherapie behandelt werden. Betroffene lassen sich dann in einem Zeitraum von mindestens zwei Wochen mit speziellen Lampen ca. 30 bis 40 Minuten täglich beleuchten.

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