Das Schlafwandeln – was dabei mit dem Körper passiert

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Das Schlafwandeln gehört zu den Parasomnien, zu denen auch Zähneknirschen oder das Um-Sich-Schlagen im Schlaf zählen.

Unter dem Begriff des Somnambulismus bezeichnet es den Zustand einer völlig veränderten Bewusstseinslage, eine Symbiose aus Schlafen und Wach-Sein.

Menschen, die am Schlafwandeln leiden, agieren, als seien sie wach, während ihre Gehirnströme darauf schließen lassen, dass sie sich im Tiefschlaf befinden.

Wie läuft das Schlafwandeln ab?

Es gibt beim Menschen 2 Schlafphasen im ständigen Wechsel: die Tiefschlafphase und die Traumphase. In der Traumphase ist die Gehirnaktivität höher, der Schlaf flacher und die Muskeln schlaffer, was gut ist, denn ansonsten würden wir unsere Träume ausleben – ein menschlicher Selbstschutz, der bei einigen nicht vollends ausgeprägt ist:  der Schlafwandler.

Oftmals richtet sich ein Schlafwandler nur abrupt im Bett auf und schaut sich verwirrt um, bevor er dann weiterschläft. Es kann aber auch sein, dass er aufsteht und sich mit anderen Personen unterhält, Schränke öffnet oder Essen zubereitet, also komplexe Handlungen vollzieht.

In den schlimmeren Fällen kann ein Schlafwandler auch die Wohnung verlassen und sich, geschuldet seines geistigen Tiefschlafes, einem enormen Verletzungsrisiko aussetzen.

Meist dauert eine Schlafwandelphase nur einige Sekunden oder Minuten und hinterlässt selten Erinnerungen.

Kinder leiden oft am Schlafwandeln

Häufig sind es die Vier-bis Achtjährigen, die nachts scheinbar wach sind. Grund dafür könnte die noch nicht abgeschlossene Gehirnreife sein. Zudem gibt es Faktoren, die die Anfälligkeit für einen unruhigen Schlaf verstärken können, wie Schlafentzug, emotionale Belastungen oder Fieberanfälle. Auch bestimmte Medikamente oder Atempausen können Somnambulismus-Phasen auslösen.

Es kann außerdem sein, dass die permanente Schlafstörung bei Erwachsenen auf neurologische Erkrankungen hinweist – ein Besuch beim Arzt ist daher ratsam.

Was kann ich gegen das Schlafwandeln tun?

Eine medikamentöse Behandlung der nächtlichen Wanderschaften ist in den meisten Fällen nicht von Nöten. Nur in sehr akuten Fällen, in denen der Schlafwandler sich oder auch andere Menschen gefährdet, muss man mit Medikamenten arbeiten bzw. Untersuchungen im Schlaflabor vornehmen.

Viel wichtiger sind bei leichter Schlaf-Erkrankung die Vorsichtsmaßnahmen wie die Sicherung von Fenstern und Türen, ein ruhiger Umgang mit dem Menschen während seiner Schlafwandel-Phase und natürlich auch das Vermeiden von auslösenden Faktoren, indem man regelmäßige Schlafzeiten einhält und einen Mangel vermeidet.

Die Erkrankung an Somnambulismus darf auf keinen Fall unterschätzt werden, auch wenn die Schlafwandel-Phasen für Außenstehende amüsant erscheinen mögen.

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