Apotheker und Apothekenpersonal - wer darf mich beraten?

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Grundlegende Neuerung der Apothekenbetriebsordnung

Oft heißt es: „Bei Unklarheiten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!“ Doch wer darf mich in einer Apotheke eigentlich beraten? Früher war es die alleinige Pflicht von Approbierten (ausgebildete Apotheker,) Informationen und Beratungen über Arzneimittel auszuüben. Doch das hat sich geändert. Seit dem 12. Juni 2012 ist eine grundlegende Neuerung der Apothekenbetriebsordnung in Kraft getreten.

Mit Beratungsbefugnis dürfen alle Mitarbeiter beraten

Apotheker

Ziel der Neuerungen der Apothekenbetriebsordnung soll die Steigerung der Beratungsqualität sein. In der Novelle der Apothekenbetriebsordnung wird sich nicht nur die Frage nach dem „wie“ gestellt, sondern vor allem „wer“ dazu befugt ist, zu beraten. Die grundlegende Neuerung dazu lautet: Wenn nicht approbierte Angehörige des pharmazeutischen Personals Informations- und Beratungsaufgaben übernehmen sollen, müssen sie eine schriftliche Beratungsbefugnis erteilt bekommen haben.

Das bedeutet für Sie als Kunde, dass nicht nur approbierte Apotheker Sie über Arzneimittel und Medikamente beraten können bzw. müssen, sondern auch nicht approbiertes pharmazeutisches Personal. Dazu muss es allerdings eine Erteilung dieser Informations- und Beratungsbefugnis geben, in schriftlicher Form. Mit schriftlicher Befugnis dürfen demnach ab sofort:

  • Pharmazeutisch Technische Assistenten (PTAs)
  • Ausbildung eines Pharmazeuten im Praktikum (PhiPs)
  • PTA-Praktikanten
  • Apothekerassistenten
  • Pharmazieingenieure

Beratungsaufgaben wahrnehmen.

Der Apothekenleiter hat dabei auch festzulegen, in welchen Fällen grundsätzlich ein Apotheker hinzuzuziehen ist (Apothekervorbehalt). In der Regel wird diese Einschränkung der Beratungsbefugnis von der Berufserfahrung und der Zuverlässigkeit des jeweiligen Mitarbeiters abhängig sein – daher kann sich das innerhalb eines Apothekenbetriebs von Mitarbeiter zu Mitarbeiter unterscheiden. Fakt ist, dass immer dann ein Apotheker hinzuzuziehen ist, wenn sich der beratende Mitarbeiter unsicher fühlt.

 Tipps für Verbraucher

Wenn Sie sich durch die Neuregelung nun unsicher fühlen, da nicht mehr nur der approbierte Apotheker beraten darf, können auch Sie etwas tun, um unmissverständliche Informationen und Beratungen zu Medikamenten und Wechselwirkungen bekommen: Stiftung Warentest gibt Verbrauchern Tipps, wie sie sich bei Fragen zu verhalten haben. So ist es wichtig, dass Sie aktiv auftreten und nachfragen. Im Zweifelsfall können Sie eine Zweitmeinung einholen:

Auftreten:

Fragen Sie Ihren Apotheker, wenn Ihnen etwas unklar geblieben ist. Treten Sie aktiv auf. Wer fragt, wird besser beraten. Lassen Sie sich von Fachbegriffen nicht einschüchtern. Schildern Sie Ihr Problem mit Ihren Worten.

Nachfragen:

Wiederholen Sie die Antwort, lassen Sie sich die Fakten erneut bestätigen und haken Sie gegebenenfalls noch einmal nach.

Nachsehen:

Bei Unsicherheiten des Mitarbeiters können Sie darum bitten, dass er in Datenbanken oder Nachschlagewerken nachsieht. Auch können Sie ihn darum bitten, einen zweiten Mitarbeiter ins Gespräch zu nehmen.

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