Alles über Vegane Ernährung

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Vegane Ernährung (Veganismus) lehnt den Verzehr von Tierkörpern sowie jegliche Produkte aus Milch und Eiern ab. Auch außerhalb des Bereichs der Ernährung vermeiden die meisten Veganer tierische Produkte wie z.B. Leder, Daunenjacken und -kissen sowie Wollprodukte. Der Veganismus ist eine aus dem Vegetarismus hervorgegangene Einstellung, Lebens- und Ernährungsweise. Wie viele Menschen in Deutschland vegan leben, ist nicht eindeutig erfasst. Nach Angaben des Vegetarierbund Deutschlands (VEBU) lebten im Jahr 2012 etwa 600.000 Menschen vegan.

Motive

Die Welt ohne Jagd und ohne Tierversuche stellt für Veganer das Ideal dar. Als Motive geben vegan lebende Menschen Argumente aus den Bereichen Tierethik, Tierrechte, Tierschutz, Umweltschutz, Gesundheit, Verteilungsgerechtigkeit, Welternährungsproblematik sowie religiöse und herrschaftskritische Ansätze an.

Arten von veganer Ernährung

  • Bio-Veganismus: Ablehnung der parallelen Haltung von Tieren bei der landwirtschaftlichen Produktion pflanzlicher Lebensmittel
  • Frugane Ernährung: Beschränkung auf Früchte von Nahrungspflanzen, da deren Verzehr nicht die Pflanze zerstört (Obst, Nüsse, Samen)
  • Vegane Rohkost: Beschränkung auf die veganen Teile einer Rohkosternährung

Alternative Lebensmittel zu Fleisch, Milch und Co.

Für Gerichte, die tierische Bestandteile vorsehen, nutzen Veganer eine Reihe von Alternativen:

Fleischersatz: Vegane Ernährung

  • Avocado
  • Austernpilz
  • Seitan
  • Tempeh
  • Texturiertes Soja
  • Tofu
  • Yuba

Eierersatz:

  • Sojamehl
  • Pfeilwurzelstärke als Bindemittel in Gebäck
  • Tofu als „Rührei“
  •  Avocado

Tiermilchersatz:

  • Getreidemilch
  • Kokosmilch
  • Mandelmilch
  • Reismilch
  • Sojamilch
  • Haselnussmilch

Vegane Ernährung

Käseersatz:

  • Nährhefe
  • Veganer „Käse“ aus Soja
  • Seidentofu
  • Seitan
  • Hefeschmelz
  • Käseersatz aus Kartoffelstärke, Mandelcreme, gequollene Cashewkerne

Honigersatz:

  • Zuckerrübensirup
  • Agavensirup
  • Invertzuckercreme (Kunsthonig)
  • Ahornsirup
  • Reismalz

Gelatineersatz:

  • Agar
  • Fruchtpektin
  • Johannisbrotkernmehl
  • Guarkernmehl
  • Gemahlene Flohsamenschalen

Sahneersatz:

  • Sojasahne
  • Hafersahne

Vor- und Nachteile von veganer Ernährung

Es gibt eine Reihe von Vorteilen der veganen Lebensweise – unter Berücksichtigung bestimmter Regeln:

  • Übergewicht kann abgebaut werden
  • Zivilisationserkrankungen als Folge einer falschen Ernährungs- und Bewegungsweise treten seltener auf (z.B. Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen)
  • Durch reduzierte Fett- und Cholesterinaufnahme kann erhöhter Cholesterinspiegel wieder ins Gleichgewicht gebracht werden
  • Ballaststoffreiche Kost vermindert Verstopfungen
  • Schonung von Umwelt und Klima
  • Keine Allergien auf tierische Eiweiße oder Milchzucker (Laktose)
  • Gut bei Erkrankungen wie Asthma, Rheumatische Erkrankungen, chronische Darmentzündungen

Vegetarische und überwiegend pflanzenbasierte Kost hat aber – vor allem bei Veganern – jedoch auch Nachteile:

  • Großteil der Nahrung wird naturbelassen verzehrt – damit steigt Gefahr für Lebensmittelallergien
  • Teilweise zu wenig Eiweiß-Aufnahme
  • Mangel an Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen: v.a. Eisen, Jod, Vitamin B12 und Kalzium
  • Schwangere Frauen brauchen insbesondere Vitamin-B12
  • Mangelerscheinungen wie Blässe, Müdigkeit

Wenn Sie sich vegan ernähren wollen, sollten Sie das mit Ihrem Hausarzt absprechen. Denn nicht jeder ist für diese Ernährungsweise geeignet.

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